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Interview mit Pete & The Pirates
Das Datum schrieb den 21. Januar 2010, als die aus Reading stammende Band ihr ausverkauftes Wien-Debüt im B72 spielte. Elena Tarasz hatte vor der Show die Gelegenheit, mit der Band über gefladerte Salatteller, wer von der Band Italien und wer Deutschland ist und über Sinn verlierende Bandnamen zu plaudern.
Ich nehme an, ihr seid heute das erste Mal in Wien? Was habt ihr denn von der Stadt erwartet?
Pete (Bass): Denkst du das echt? Nein, nein, ich war vor zehn Jahren schon mal hier. Mit ein paar Freunden war ich auf ‘ner InterRail Tour und wir waren innerhalb eines Monats in circa fünfzehn Städten. Aber so richtig was gesehen haben wir eigentlich nicht, außer vielleicht ein paar Museen und so. Oh, aber in Wien haben wir ein Streichquartett spielen sehen [lacht].

Tom: Hm…ich glaub‘ nicht, dass ich schon mal hier war … [denkt nach]. Nun ja, ich sage nein [lächelt]. Die Leute hier hab ich mir irgendwie extrem zivilisiert vorgestellt.

Pete (Bass): Mit langen Schnurrbärten!

Tom: Ja, intelligente Menschen, die sich sehr reif verhalten.

[Pete nimmt sich ein Ottakringer Bier]
Das Bier wird in diesem Bezirk hergestellt.
Pete (Bass): Oh wow. Dann ist es ja richtig frisch! [lacht]
Es gibt da diesen Song von der isländischen Band Singapore Sling, sollte er „Life is killing my Rock'n'Roll“ oder eher „Rock’n’Roll is killing my life“ heißen?
Tom: Das Erstere, weil’s unser Job ist, nicht wahr? Und wenn sich Dinge in den Weg stellen, kannst du diesen Job nicht vernünftig machen.

Pete (Gitarre): Rock’n’Roll ist mein Leben und darum wär‘s für beide Seiten schwer sich gegenseitig zu vernichten.

Pete (Bass): Wir sind Rock’n’Roll und wenn wir ihn töten würden, dann würden wir uns selbst umbringen.
Aber man könnte es auch aus einer anderen Perspektive sehen. Wenn ein Musiker beispielsweise zu Hause eine Freundin hat, dann kann’s ja sein, dass er einfach nicht so viel touren kann.
Tom: Oder wenn deine Familie deine Miete zahlt. Das ist genau das was ich meinte. Für mich heißt es “Life is killing my Rock’n’Roll”.

Pete (Bass): Ja, “Life is killing my Rock’n’Roll”!
Tom, ich hab gehört du sammelst Souvenirs aus Konzerthallen. Was ist das Wertvollste, das du besitzt?
Pete (Bass): [lacht]

Tom: Was? Nein. Wer hat das gesagt? Wenn ich das gesagt haben sollte, dann meinte ich nicht mich persönlich. Ich meinte die Band…
Die Band? Wer genau?
Tom: David [welcher abwesend ist].

Pete (Bass): [lacht] David.

Pete (Gitarre): Wir haben mal ‘ne Packung silberne Salatteller geklaut. Das waren echt billige Dinger. Wir haben 50 Stück von denen.

Tom: Nein, haben wir nicht [lächelt].

Pete (Gitarre): Doch, haben wir.
Aber die sind das Stehlen doch gar nicht wert.
Pete (Bass): Wenn wir etwas wollen, dann nehmen wir es uns [lacht]. Wir nehmen uns was wir wollen.

Tom: Ich mach mir nun echt Sorgen um unseren Ruf.

Pete (Gitarre): Wir sind Piraten. Wir müssen so tun als würden wir stehlen. Eigentlich lassen wir ja auch nur Zettel und billige Salatteller mitgehen.
Dann sind die billigen Salatteller also das wertvollste, das ihr geklaut habt…
Pete (Gitarre): Die sehen aus wie aus echtem Silber. Und dazu sind sie noch schirmartig…echt edel.

[David betritt den Raum um sich ein Bier zu holen und fragt nach einem Stift]

Tom: Hier ist er, der Dieb!

[während ich nach einem Stift suche, interviewt Tom Pete (Bass)]

Tom: Pete, warum stiehlst du Sachen aus Konzerthallen?

Pete (Bass): Hm, das ist ‘ne interessante Frage.

Tom: Was wirst du von dieser hier stehlen?

Pete (Bass): Vielleicht etwas Schinken und Bier [bezieht sich auf das Buffet].
Wenn ihr auf der Bühne spielt, seht ihr eure Bandkollegen mit anderen Augen? Also schätzt ihr sie vielleicht etwas mehr als sonst?
Tom: Nein, ganz im Gegenteil. Es ist einfach nur schrecklich.

Jonny: Das geht von uns an dich zurück, Tom.

Tom: Wenn ich in den Songs nicht singe oder spiele, dann muss ich mir diesen fürchterlichen Krach anhören… Nein, das war ein Scherz. Das ist ‘ne wirklich gute Frage…

David: Wenn wir spielen, dann mag ich die Band am liebsten. Ich denke da nicht an den Krach, sondern an die Songs und wie gut wir zusammen arbeiten. Ganz im Gegensatz zu dann wenn wir nicht spielen. Wie du ja festgestellt haben müsstest streiten wir die ganze Zeit [lächelt].

Tom: Ja, Konzerte sind das Wichtigste, was du als Band machst. Weil wenn dir so viele Leute zuhören und dich angucken, dann hast du wirklich nur diese eine Chance es richtig zu machen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn Pete und ich zusammen singen. Ich bin dann echt stolz auf ihn und auf uns. Aber auf der anderen Seite, wenn du total einfache Sachen verhaust, also Dinge, die du normaler Weise mit Leichtigkeit spielen kannst und dir die Leute dabei zusehen, dann ist das echt beschissen. Es kann also so oder so ausfallen. Was ich damit meine ist, es ist wirklich wichtig, dass alle Bandmitglieder so professionell wie möglich sind.
Wusstet ihr, dass die Show heute ausverkauft ist?
Tom: Ja, toll nicht wahr? Wenn du so weit weg von zu Hause bist und eine Konzerthalle ausverkaufst, obwohl du noch nie dort gewesen bist … das fühlt sich großartig an, aber schon irgendwie komisch.
Interviews zufolge könnte man meinen, dass ihr euch der britischen Szene nicht wirklich angehörig fühlt, oder überhaupt England. Ihr spielt ja nicht mal Rugby oder Fußball, seid also so überhaupt nicht typisch Britisch. Gibt es ein Land mit dem ihr euch eher identifizieren könnt?
Pete (Gitarre): Ich glaub‘ wir haben alle verschiedene Länder in uns. Jeder von uns hat sich doch mal ein Land ausgesucht, oder? Das war im Van, glaub’ ich.

Pete (Bass): Ich würde wahrscheinlich Italien sein, wegen dem guten Essen.

Pete (Gitarre): Wir haben Tom Spanien zugeteilt und ich glaub’ ich war Deutschland.

Jonny: Ich würd’ Holland nehmen. Die Leute da sind komplett verrückt. Ist echt ein Spaß.

Pete (Gitarre): Ich will meins austauschen. Ich würd entweder Deutschland, Irland oder Österreich sein wollen.

Rest der Band: Irland?!

Jonny: Irland ist Müll.

Pete (Gitarre): Shut up! [lacht].

Tom: Ich fand Irland echt beschissen, als ich mal dort war.

Jonny: Ja, das Gleiche dachte ich auch.

Pete (Bass): Wir haben letztes Jahr auf einem Festival in New York gespielt. Das war echt toll.
In der Tat, ich finde ihr klingt auch sehr amerikanisch, wie Weezer zum Beispiel.
Band: Uuuh, Tust du das? Echt? [fühlen sich geschmeichelt]
In Interviews werdet ihr ständig über eure Heimatstadt Reading ausgefragt. In einem meintet ihr, dass ein typischer Partyabend in Reading mit einem Besäufnis oder einer Prügelei endet. Das klingt ziemlich abwertend und ich schließe daraus, dass ihr eure Abende anders verbracht habt. Was habt ihr denn stattdessen unternommen?
Tom: An den Wochenenden geht’s dort wirklich brutal zu.

David: Ich glaube die Tatsache, dass sich die Leute bis zum Anschlag betrinken ist ein ziemlich großes Ding in England. Wenn die ganzen Pubs schließen und all die betrunkenen, wütenden Kids rauskommen und sich gegenseitig bekämpfen. Ich glaub, das ist wirklich ‘ne englische Sache.

Tom: Aber denkst du nicht, dass das auch was damit zu tun hat, ob‘s ‘ne Kleinstadt ist oder nicht?

Pete (Gitarre): Ja, ich glaub Reading ist da nicht viel schlimmer als andere Kleinstädte.
Was habt ihr dann stattdessen gemacht?
Pete (Bass): Naja, wir haben uns betrunken und uns geprügelt [lacht]. Na gut, so viel haben wir uns auch nicht geprügelt und wenn, dann waren wir diejenigen, die verprügelt wurden.

Tom: In Reading hab ich bei meinen Eltern gewohnt und bin meistens zu Hause geblieben, hab Songs geschrieben und Filme geguckt. Da wo meine Eltern wohnen ist wirklich nichts anderes als andere Häuser, ein guter Pub und ein schlechter. Da gab‘s also nicht viel, was man hätte anstellen können.
Ihr habt auch noch gesagt, dass es Reading an Individualität fehlt, dass es ein ziemlich gewöhnlicher Ort sei. Gibt es eine Stadt, in der ihr wart, die ihr besonders ungewöhnlich und herausstechend fandet?
Pete (Bass): Granada?

Jonny: Paris sticht hervor.

Tom: Ja, ich liebe Paris. Diese Stadt hat echt alles und ist wirklich wunderschön! Da gibt’s tolle Hallen um Konzerte zu spielen und ich finde die Leute dort wirklich interessant. Außerdem ist Paris noch sehr schön erhalten geblieben. Du mochtest New York, oder Pete?

Pete (Bass): Ja, ich finde, dass die Stadt kulturell gesehen komplett anders ist als alles, was du in Europa findest. Diese Stadt ist quasi ein Beispiel dafür, wie groß etwas sein kann. Ich war noch nie in Tokyo, aber da würd ich liebend gerne mal hin.
Habt ihr eine Lieblingsstadt in England?
Tom: Für mich ist das London. Und Manchester.

Jonny: Ich liebe Brighton.

Pete (Bass): Bath ist gut.

Jonny: Und Glasgow. Dürfen wir eine schottische Stadt nehmen? Weil dann liegt Glasgow noch vor Manchester.

Tom: Ich finde Glasgow macht eigentlich nur eine Straße aus, wo es tolle Sachen gibt. Sonst nichts.

Jonny: Aber ich mag die Leute dort.

Tom: Ja, das ist wahr. Die Schotten sind toll, ich liebe sie. Aber jedes Mal wenn wir dort sind hab ich das Gefühl, dass wir irgendwie verurteilt werden. Dafür, dass wir Engländer sind. Die Schotten mögen uns nicht sonderlich.

Pete (Bass): Es ist schwer für sie uns zu mögen. Es scheint also würden sie uns einfach nicht mögen wollen.
Ihr zeichnet ja eure eigenen Album Cover…
Tom: Jonny macht das.
Habt ihr ein Lieblingscover von einer Band, die ihre Cover selbst designt?
Jonny: Da gibt’s diese Band namens Bo Ningen. Die sind nicht groß, stehen noch in den Startlöchern. Aber sie haben 200 limitierte Platten mit einem Siebdruck Cover rausgebracht. Das sieht echt hübsch aus. Da sind geometrische Berge mit einem Monster drauf.

Tom: Ich mag das Cover von Mathew Sawyer & The Ghosts. Das ist ‘ne kleine Band, die mal auf unserem Label war. Er designt und malt seine eigenen Cover. Hm, sonst fällt mir gerade kein anderes ein…

Pete (Bass): Ich mag Captain Beefheart aus den 60s. Er hat seine Cover immer selbst gestaltet. Auf dem einen ist ein Abdruck von einer Kindermaske. Er hat sogar mit der Musik aufgehört um sich voll und ganz aufs Zeichnen zu konzentrieren.
Wenn ihr müsstet, welchen Künstler, tot oder lebendig würdet ihr anheuern um ein Cover für euer nächstes Album zu malen?
Tom: Oh, ich weiß! Hieronymus Bosch.

Jonny: Ja!

Tom: Seine Bilder erinnern mich echt an Jonnys Zeichnungen.
Nach einer gewissen Zeit ist es nicht unüblich, dass Bands anfangen ihre Namenswahl zu bereuen. Ich glaube das hängt damit zusammen, dass ihr Geist und ihre Fähigkeiten sich sehr rasch entwickeln. Sie erlangen eine gewisse Seriosität hinsichtlich dessen, was sie tun, nachdem sie feststellen mussten, dass das Banddasein und Erfolg nicht immer eine Tee Party sind, sondern auch eine enorme Verantwortung mit sich bringen. Ich hab gelesen, dass ihr euch manchmal Sorgen macht, dass Leute euch aufgrund des Bandnamens Pete and The Pirates nicht ernst nehmen. Wie viel Einfluss auf die zukünftige Entwicklung einer Band hat eurer Meinung nach ein Bandname?
Tom: Gar keinen! Wenn du beispielsweise an Bands denkst, die echt erfolgreich sind, dann vergisst du einfach die Bedeutung ihres Namens. Du fängst an den Namen wirklich nur mit dieser Band zu verbinden, es wird in gewisser Weise ein komplett neues Wort. Manchmal hörst du zum ersten Mal einen Namen und denkst dir „Gott, was für ein schrecklicher Name“. Dann hörst du den Namen ein zweites Mal und denkst „Fuck, das ist echt ein blöder…“ und dann hörst du ihn zum zehnten Mal und denkst dir gar nichts mehr dabei. Du vergisst den Sinn, der dem Namen anhängt. R.E.M. zum Beispiel. Das erste Mal, als ich diesen Namen gehört hab, und da war ich echt jung, dachte ich so bei mir “Was ist das nur für ein bescheuerter Name für eine Band”. Und weil’s so ‘ne verdammt große Band ist hörte ich den Namen wieder und wieder und heute bedeutet er überhaupt nichts mehr für mich.
Habt ihr einen Lieblingsbandnamen? Tom, du hast ja ein Nebenprojekt namens TAP TAP. Wie bist du beispielsweise auf diesen Namen gekommen?
Tom: Da gibt’s ein paar Gründe, aber einer hat mit unserem ersten Konzert zu tun. Da waren ich, Pete und ein Typ namens Anthony am Schlagzeug. Also Tom, Anthony, Pete – TAP. TAP TAP. Aber ich weiß gar nicht, ob das wahr ist. Um ehrlich zu sein kann ich mich gar nicht mehr richtig erinnern.

Pete (Bass): Magnetic Fields.

Jonny: The Brian Jonestown Massacre, das ist ein toller Bandname.

Pete (Bass): The Who.

Tom: Ich glaube, dass man dazu tendiert den Namen einer Band mit ihrer Musik zu verbinden. Wenn du ‘ne Band magst, dann magst du auch ihren Namen und andersrum. Hm…Bandnamen…wenn mir einer einfällt, sag ich dir Bescheid.

Pete (Gitarre): Lesbian Zeppelin, diese lesbische Led Zeppelin Tribute band. Ich mag ihren Namen.

Pete (Bass): Ich mag Sonic Youth.

Tom: Ja, aber was wäre, wenn das ‘ne Boyband wär, die wirklich schreckliche, schleimige, nervende Musik machen würde?

Pete (Bass): So wie S Club 7?

Tom: Ja.

Pete (Bass): [lacht]

Tom: Dann würdest du denken “Was ein beschissener Name”.

Jonny: Und stell die vor, die echten Sonic Youth würden Steps oder so heißen.

David: Und Pink Floyd könnte ‘ne schwule Boyband sein.

Tommy: [tut, als sei er schwul] “Hi, ich bin Pink Floyd”.
Eine letzte Frage: Was ist der Sinn von Musik? Was bedeutet sie euch? Für was nutzt ihr sie?
Pete (Bass): Das sind drei Fragen [lächelt]. Für mich ist die beste Art Musik zu hören allein zu Hause zu sein. Ich und mein Plattenspieler. Dann kann ich den Sound nämlich richtig genießen. Ich glaub ich nutze Musik um glücklich zu sein.

Jonny: Sie kann auch dabei helfen zu denken oder wenn du die Stille nicht ertragen kannst.

Pete (Bass): Ja, das ist gut.

Jonny: Danke.

Tom: Aber sie ist auch ein Job. Also den Sinn von Musik sehe ich persönlich darin.

Pete (Gitarre): Wenn man in einer Gruppe zusammen Musik hört, oder zusammen Musik macht, dann bringt sie Menschen zusammen. Auf der anderen Seite kann das Ganze aber auch ins komplette Gegenteil ausarten. Nimm zum Beispiel die Kämpfe zwischen Mods und Rocker.
Das Interview führte Elena Tarasz.
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