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Interview mit The Joy Formidable
Man nehme drei britische Musiker, packe den weiblichen Teil ans Mikro, färbe ihre Haare blond, gebe jedem ein Instrument und stelle das Ganze auf eine Bühne, egal welche. Was kommt heraus? Eine perfekte Rock’n’Roll Show, die einfach nur Spaß, Spaß und Spaß macht!

Es gibt drei klare Gründe, warum man in nächster Zeit von einer Band namens The Joy Formidable noch mehr hören wird, ein Dreiergespann aus dem Norden von Wales und London, die am 1. Dezember ihr Wien-Debüt in der Szene Wien spielte. Erstens haben sie diesen zeitlosen Sound, ein Vergleich mit anderen Bands fällt schwer. Zweitens sind sie talentiert. Es scheint als würden The Joy Formidable auf der Bühne das Hier und Jetzt verlassen um mit ihren Instrumenten verschmelzen. Tolle Gitarrensounds, eine breite Bassline und eine energiegeladene Show am Schlagzeug machen die Gigs der Band zu etwas Besonderem und (drittens) bringen Spaß! Eine Band auf der Bühne spielen zu sehen, die offensichtlich so viel Freude an der Show hat, breitet sich der rasch wie ein Lauffeuer aufs Publikum aus.

In einem Interview mit Elena Tarasz sprachen Sängerin und Gitarristin Ritzy Bryan und Bassist Rhydian Dafydd über die Kreation von musikalischen Welten, großartige Plattensammlungen und stereotypisierte Rock’n’Roll Auftritte des weiblichen Geschlechts.
Auf eurer Myspace Homepage definiert ihr euren Musikstil als “Other, Other, Other“. Es scheint als würdet ihr es vermeiden wollen, eure Band irgendeiner Soundkategorie zuzuordnen. Leider neigen Musikkritiker aber oft dazu ein eher stereotypisiertes Denken an den Tag zu legen. Was wäre oder war der schrecklichste musikalische Vergleich für eure Band?
Rhydian: Ich persönlich finde nicht, dass es da einen gibt. Unsere Musik vereint ja irgendwie Elemente aus allem was es so gibt, weil wir selbst einen ziemlich breiten Musikgeschmack haben.

Ritzy: Nunja, das war auch keine bewusste Idee von uns das dort so hinzuschreiben. Ich fände es allerdings furchtbar, wenn Leute uns irgendwo einordnen würden. Das würde einfach nicht passen, weil in unserer Musik so viele verschiedene Stile vermischt werden. Generell denke ich aber trotzdem nicht, dass Kritiker mit irgendetwas extrem schrecklichen herkommen könnten. Schließlich wäre es ja dann nur die Meinung eines Einzelnen. Und manchmal fanden wir bestimmte Kritiker echt witzig.
Was genau fandet ihr lustig?
Ritzy: Oh da gab’s ne Menge. Ich glaub das liegt daran, dass Fans von uns so ein inoffizielles Musikvideo gemacht haben, wo Masturbationsszenen drin vorkamen (für den Song „Austere“). Von da an meinten die Kritiker, dass es in unseren Songs immer nur um Sex und so gehe … Aber im Großen und Ganzen hatten wir keine schlimme Reviews, und wenn doch, dann haben wir sie einfach nicht zu ernst genommen.

Rhydian: Ich fand’s lustig als sie meinten, dass wir wie Lady Gaga in Begleitung von The Proclaimers sein würden. Aber was rede ich da … Ritzy ist ne Blondine…das MUSS natürlich Lady Gaga sein [lacht].

Ritzy: Ja, das war schräg! Ich mein, kennst du The Proclaimers? Haha, meine Bandkollegen sind echt schlecht dabei weggekommen. Wenigstens ist Lady Gaga noch irgendwie attraktiv, aber The Proclaimers …diese zwei alten Säcke [lacht].
Ihr habt bisher zwei Alben veröffentlicht. Eines aus dem Studio und ein Livealbum. Welche Art von Longplayer hört ihr privat lieber?
Rhydian: Ich mache da keinen großen Unterschied. Was gut ist, passt eben. Allerdings ist es manchmal schwerer bei Livesachen an Aufnahmen zu kommen, die wirklich zeigen wie eine Band live spielt.

Ritzy: Ja, es ist wirklich schwierig den Vibe eines Konzerts einzufangen. Bei uns gab’s beispielsweise nur ein Mikro für unsere Musik und das Publikum und dann passiert auch noch alles zufällig…aber ja, wir sind echt zufrieden.

Rhydian: Aber um auf deine Frage zurückzukommen, ich höre eher professionell aufgenommene Sachen, weil es ziemlich schwer ist an ein Livealbum heranzukommen, das durch und durch gut ist.

Ritzy: Aber wir hören auch ne Menge Bootlegs. Ich wuchs in einer Familie von Bootleggers auf. Da gab’s mal diese dreimonatige Bob Dylan Tour und meine Eltern hatte jedes einzelne Konzert auf Platte. Das einzig gute daran war, dass Dylan die Songauswahl jeden Abend verändert hat … aber trotzdem, meine Eltern sind total nerdy [lacht]. Und weißt du was? Als ich ein kleines Mädchen war, haben mich meine Eltern benutzt, um auf Konzerten Aufnahmegeräte einzuschmuggeln, weil ich nie durchsucht wurde. Naja, wie auch immer … Ich find’s total schön, wenn Leute unsere Konzerte aufnehmen. Ich liebe es sie dann zu hören und ich würde die Aufnahmen total gerne sammeln und dann chronologisch ordnen.
Ich hab schon von der Plattensammlung deiner Eltern gelesen, Ritzy. Was sind denn deine liebsten Stücke daraus?
Ritzy: Oh wir haben erst neulich im Van drüber geredet. Auf Tour reden wir so viel über Musik und Alben. Letztendlich hole ich dann alte Platten raus und finde dabei immer noch so viele andere Alben, an die ich ewig nicht mehr gedacht habe. Aber gestern passierte etwas total nostalgisches für mich, als wir YES’ “Close to the edge“ – Album hörten. Ich wurde wirklich melancholisch, weil als ich dieses Album das erste Mal hörte, muss ich um die elf Jahre alt gewesen sein, und damals hatte mich diese Musik total von den Socken gehauen.

Rhydian: Ich liebe ihre Platten aus den 60s wie die Pink Floyd oder Hendrix, zumal ich immer schon ein großer Hendrix Fan war. Damals legten die Bands auch noch sehr viel Wert auf das Artwork ihrer Alben. So etwas kriegst du heute nicht mehr.
Wo wir von Artwork sprechen: Eures sieht echt klasse aus. Wer macht diese Designs?
Rhydian: Ich mach die. Das sind Linienzeichnungen, die ich dann einscanne und mit Photoshop bearbeite.

Ritzy: Ja, das ist echt ne schöne Sache. Das erweitert quasi die Musik.
Musik und Kunst gehen Hand in Hand, nicht wahr?
Rhydian: Auf jeden Fall. Wir als Band wollen versuchen eine eigene Welt für die Leute zu schaffen, in die sie sich zurückziehen können und Grafik ist da wirklich wichtig.
Hast du einen Lieblingskünstler?
Rhydian: Oh da gibt’s ne Menge… Mondrian, Dali und viele Realisten. Und japanische Kunst … die ist wirklich inspirierend und passt sehr gut zu dem, was wir machen. Vielleicht wäre das was für die kommenden Alben …
Ritzy, ich habe gelesen, dass du eine Weile in Washington DC gelebt hast. Ich nehme an, dass du die amerikanische Musikszene ziemlich gut kennen gelernt hast ...
Ritzy: Ja, ich habe dort studiert und gearbeitet. Als ich dorthin zog stand ich extrem auf Alternative und amerikanischer Underground Musik. Ich hab dort so viele Leute getroffen! Ich meine, DC ist eigentlich so riesig, aber die Szene selbst ist total klein. Es sind immer die gleichen Leute, die zu denselben Shows gehen. Für mich war es sehr leicht von Wales wegzuziehen, hin zu so einem kreativen Ort.
Was denkst du sind die Hauptunterschiede zwischen der amerikanischen und britischen Musikszene?
Ritzy: Die Anerkennung von Live-Konzerten ist wirklich immens da drüben! Man muss echt ne gute Live-Band sein um in den USA akzeptiert zu werden. Die Leute haben so hohe Erwartungen, weil sie generell diese enorme Lebensfreude haben. Gigs machen dort auf jeden Fall viel mehr Spaß, weil die Bands einfach auf die Bühne gehen und spielen ohne über irgendwelche Nebensächlichkeiten nachzudenken. Sie ziehen einfach ihr Ding durch und wollen die Leute für die eine Stunde unterhalten.

Rhydian: Manchmal bekomme ich das Gefühl, dass der britische Markt vom Styling zerlegt wird. Ich mein klar ist das sehr weit hergeholt, aber ja … ich denke beide Märkte haben ihr Vor- und Nachteile.
Wo wir gerade von der britischen Szene sprechen - mir ist aufgefallen, dass gerade in bestimmten Teilen von London die Leute nicht mehr wegen der Gigs selbst ausgehen, sondern eher zur Selbstdarstellung …
Rhydian: Ja, total.! Aber ich glaube das kommt echt drauf an wo du hingehst. Style-mäßig sind wir nie irgendwo stecken geblieben. Wir sind ziemlich offen für alles wenn es um Musik und Konzerte geht.

Ritzy: Echt, ja. Wir waren nie ein Teil von irgendeiner bestimmten Szene; wir leben quasi in unserer eigenen, kleinen Blase und machen einfach das was uns gefällt.

Rhydian: Und das beschreibt auch unsere Fans, was ein ziemlich optimistisches Zeichen ist, wenn du mich fragst. Wir gehören nirgends dazu und unsere Fans auch nicht. Das fühlt sich auch gleich viel natürlicher an, wenn du vor Leuten spielst, die wegen deinem Konzert da sind und nicht aus irgendwelchen anderen Gründen
Mit Ritzy habt ihr eine Frau an der Front. Was denkt ihr, ist es dann eher schwerer, oder leichter im Musikbusiness ernst genommen zu werden?
Rhydian: Ich würde sagen, dass es seine Vor- und Nachteile hat mit einem Mädchen vorn. Vielleicht kann man als Band zusätzlich mehr Aufmerksamkeit erregen. Andererseits wird man ständig mit Bands verglichen, die auch eine Frau am Mikro haben, ganz egal, ob gut oder schlecht, passend oder unpassend.

Ritzy: Ich hab um ehrlich zu sein noch nichts davon mitbekommen, dass es irgendwie anders ist durch mich.

Rhydain [wendet sich an Ritzy]: Das kommt wahrscheinlich daher, dass du dich auch nicht wie so eine stereotypisierte Rockröhre verhältst, oder zumindest nicht so, wie es die Leute erwarten. Für die Meisten gibt es nur diese übersüßen Mädels, oder halt den Courtney Love – Typ.

Ritzy: Wir hatten mal einen Kritiker, der uns gefragt hat, warum ich auf der Bühne nicht rumrotze oder herumbrülle …
Ihr tourt momentan durch Europa. Gibt es eine Stadt, auf die ihr euch besonders freut?
Rhydian: Wow, es sind so viele Städte durch die wir touren werden und in denen wir noch nie zuvor waren. Wir freuen uns auf jede neue Erfahrung …

Ritzy: Ich könnte auf keinen Fall eine auswählen. Ich bin so gespannt auf all die Städte. Alle sind gleichberechtigt, wirklich.
Das Interview führte Elena Tarasz
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