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Interview mit Baddies
Aufgedreht wie Duracell Häschen - nur in blau – geben die vier Mitglieder der britischen Band Baddies nun seit mehr als 18 Monaten eine Rockshow nach der anderen. Eingepackt in hellblauen – naja, mehr oder weniger - frisch gebügelten Hemden, wird Nacht für Nacht Musik gemacht. Ihr kurzer, knackiger Bandname ist Programm, passt jedoch nicht wirklich zum Gemüt der Band. Sie versuchen ja nicht mal den Bösewicht zu geben, ganz im Gegenteil. Michael Webster (Gesang & Gitarre) und Danny Rowton (Bass & Gesang) tun nicht gerade das, was Schurken normaler Weise tun. Bei ihrem Österreich-Debüt im Wiener B72 zeigten sich die zwei Musiker von einer unheimlich ehrlichen, bescheidenen und lustigen Seite. Sie sind nicht scharf auf rauen, stereotypisierten Rock’n’Roll Lifestyle, sie tun nicht mal so, als wären sie cool - aber sie sind es irgendwie „in a geek way, so to say!“ Mit Elena Tarasz plauderten sie über aus dem Fenster geworfene Batterien, die Unbekanntheit von Mando Diao und blaue Hemden, die eigentlich schwarz waren.
In einem Interview habt ihr gesagt, dass es euer Ziel sei, euch in 10 Jahren von 10 Jahren fantastischen Rock’n’Roll Lifestyle zu erholen. Wie definiert ihr denn diesen “fantastischen Rock’n’Roll Lifestyle”?
Michael: Nunja, wir sind auf jeden Fall kein Klischee. Wir werfen keine Fernseher aus dem Fenster und werden auch nie ne Überdosis Heroin erleben. Solche Menschen sind wir nicht. Wer auch immer das von uns gesagt hat meint wahrscheinlich, dass wir uns von einer großartigen Zeit erholen werden. Ne Zeit, in der wir viel Spaß hatten, weil wir Gigs spielen konnten. Sozusagen ein glückliches Zurückblicken auf eine erfolgreiche Karriere... und hoffentlich werden wir das noch lange haben. Wir lieben es einfach, Musik zu machen und ne gute Zeit zu haben.

Danny: Ich bin ja etwas älter als die Anderen in der Band. Ich hab meine Rock’n’Roll Zeit schon hinter mir... ausgenommen der Fernsehergeschichte. Aber ich hab mal Batterien aus dem Fenster geworfen! [lacht]
Lebt ihr momentan schon euren angestrebten Lebensstil?
Michael: Nein, wir sind da echt noch nicht angekommen. Momentan verdienen wir ja auch noch gar kein Geld mit der Musik. Wir kommen über die Runden, aber wir leben schon so ziemlich am Existenzminimum. Ich musste kürzlich zu meinen Eltern zurückziehen... und das mit 27! Aber ich mache das für unsere Musik. Wenn ich morgen sterben würde, könnte ich wenigstens sagen. ich hatte alles gegeben um das hier zu machen. Hoffentlich wird alles gut werden... Aber egal. Die Antwort ist, nein wir leben alles andere als ein perfektes Leben... noch! Wir arbeiten hart, damit wir es erreichen.

Danny: Ja, wir spielen echt ne Menge Gigs. Wir haben so viele Festivals gespielt... mehr als jede andere Band. Zudem sind wir aufgeschlossen, nicht so wie viele andere britische Bands. für die die Welt nur Städte wie London, Manchester oder Liverpool sind. Für uns ist da England, Deutschland, Frankreich, Japan nächstes Jahr... wir haben richtig hohe Ziele und wir arbeiten hart. um sie zu erreichen.

Michael: Ja, genau das sollte das einzige Ziel sein... Musik zu machen eben. Mensch, das klingt jetzt sicher voll lahm...
Das klingt nicht lahm, du bist ja nur ehrlich. Es gibt so viele Bands, die sich Tag für Tag Drogen einschmeißen und nach zwei Jahren können sie keine Musik mehr machen, weil sie einfach komplett abgefuckt sind.
Michael: Ja, das ist genau das. was ich meine. Ich will das ja für ne lange Zeit machen... das ist doch jedermanns Traum: Sein Hobby zu leben. Wir sind so nahe... so nahe!

Danny: Ich finde auch, dass es heutzutage schwerer geworden ist, viele Platten zu verkaufen oder große Hallen zu füllen. Die Musikindustrie ist irgendwie auf nem Tiefstand, weltweit! Unter diesen Umständen musst du wirklich 100% geben, sonst wirst du’s nie schaffen. Und wie du vielleicht weißt, haben wir unser erstes Album selbst veröffentlicht, weil sich niemand getraut hat, uns zu produzieren. Und das obwohl jeder über uns sprach.
Ich denke die Myspace-Ära hat das Ganze auch komplizierter gemacht. Jetzt gibt’s plötzlich so viele Bands. aus denen man auswählen kann. Natürlich ist es ne gute Gelegenheit für Musiker. sich in Szene zu setzen, aber auf der anderen Seite...
Michael: Ja, auf der anderen Seite gibt’s da auch so viel Müll auf dieser Website. Ich würde sie mit der Musikszene in Großbritannien oder den USA vergleichen. Großbritannien ist völlig überflutet mit so vielen Bands. Und nicht alle von ihnen sind gut. natürlich gibt’s auch ein paar tolle unter ihnen, aber mir tun halt die Bands vom „Kontinent“ (Resteuropa) Leid. So wie Bands aus Österreich oder Deutschland. Die kriegen einfach keine Aufmerksamkeit, weil die Welt Englisch spricht. Wir sehen das tagtäglich auf Tour. Es ist sogar schwer für uns, allein weil wir nicht direkt aus London kommen.

Danny: Ja, die britische Musikszene scheint auf internationale Band hinabzuschauen.
Hm, da hab ich ein gutes Beispiel. Es gibt eine Band namens Mando Diao, die es im UK nie zu etwas gebracht hat und das, obwohl sie es dort am hartnäckigsten versucht hat. Und in Resteuropa und Japan spielen sie riesige, ausverkaufte Stadien...
Danny: Hey, wir werden die in Frankreich supporten! [lacht] Es ist so seltsam zu sehen, wo solche Bands so spielen... und wir haben nie zuvor von denen gehört.
Ihr seid auf der Bühne immer ziemlich schick und ordentlich gekleidet. Wie wichtig ist euch das Styling bei Bands, die ihr euch anschaut?
Michael: Naja, es geht nicht darum schick gekleidet zu sein. Klar ist es wichtig, eine Art Image zu haben. Nimm zum Beispiel Bands wie The Clash oder Devo. Fashion und Musik gehen Hand in Hand. Wir sind aber nicht irgendwelche Stylegurus oder so. Wir haben eine Art Uniform, die wir tragen, damit die Leute uns gleich erkennen.
Fühlt ihr euch anders in diesen Klamotten?
Danny: Ja schon. Sie erfüllen quasi einen Zweck. Michael und Jim sind ja Zwillingsbrüder und wollten gleich aussehen. Und der Rest von uns dachte dann, warum sollten wir nicht alle dasselbe anziehen? Es fühlt sich so an, als würden wir ne Schuluniform oder so was tragen. Wenn wir uns die Hemden und schwarzen Jeans anziehen sind wir quasi in Baddies-Laune.
So wie sich ne Maske aufzusetzen?
Michael: Ja genau. Es ist wirklich so, als würden wir uns ne Maske aufsetzen! [Jemand betritt den Raum und stellt einen Teller mit abgegriffenen Essen auf den Tisch]

Michael: [lacht] Oh, willste ne halbe Paprika?! [Gelächter]
Oh ja bitte die nette grün-braune … [Gelächter]. Aber jetzt mal im Ernst: Ihr hattet ein ziemlich umfangreiches Buffet da unten. Bands haben normaler Weise nicht so eine große Auswahl hier.
Michael: Echt? Als wir hier ankamen schien es echt so, als würden alle einen ziemlich Aufwand für uns betreiben. Als würden sie uns für ein großes Ding halten. Ich find’s echt nett.
Um ehrlich zu sein finde ich eure Musik – also das gesamte Konzept ziemlich maskulin. Der raue Sound, die Art wie ihr euch in euren Musikvideos gebt, die blauen Hemden und das blaue Albumcover. Würdet ihr dem zustimmen?
Michael: Ich persönlich halte mich nicht für einen besonders starken Mann und auch die Baddies sind für mich nun keine sonderlich männliche Band. Also es ist jedenfalls nicht unsere Absicht so rüber zu kommen. Ich dachte immer, die Leute halten uns für Streber.

Danny: Und die blauen Farben kamen total spontan. Das mit den Hemden zum Beispiel. Unsere ersten Konzerte haben wir immer gefilmt und in diesen einen Shot erschien mein Hemd blau, obwohl es schwarz war. Das gefiel uns total und wir wollten das von da an so umsetzen.
Eure Band steckt ja noch in den Windeln. In einem extrem kurzen Zeitraum habt ihr von den Medien ne Menge Aufmerksamkeit bekommen. Wo habt ihr den mit Abstand bescheuertsten Artikel über euch gelesen und worum ging’s?
Danny: Das sind dann wohl die Artikel, in denen Kritiker schreiben wem wir musikalisch ähneln. Manche dieser Bands, mit denen wir verglichen wurden sind einfach überhaupt nicht so wie wir. Da wurde geschrieben wir würden wie ne schnellere Version von Soft Cell oder wie Maximo Park klingen.

Michael: Oder wir klingen wie der Sänger von The Offspring. Danke! Ich denke, die allgemeine Gesellschaft mag überhaupt gar keine Musik. Die lesen alle nur das NME und so. In diesen Magazinen wird den Leuten gesagt was sie zu mögen haben und ungehörte Bands werden da mit all den angesagten Gruppen verglichen... und zwar immer mit den Selben. Gruppen, die diese Magazine hochpushen wollen. Aber ich glaube, letztendlich müssen die das auch so machen, weil’s keinen anderen Weg gibt, solche Dinge der Allgemeinheit zu vermitteln. Das kotzt mich ziemlich an. Oh, und in den Medien hieß es, ich würde aussehen wie ein Fuchs... also das Tier! [Gelächter]
Ihr habt dieses Jahr ne Menge europäischer Festivals gespielt. Gibt es ein Bestimmtes, an welches ihr euch erinnert – ein Festival oder eine Situation auf einem Festival, die für euch von großer Bedeutung war?
Michael: Ja, da gab’s einige. Die längste Show haben wir beim Rockslide Festival in Dänemark gespielt. Wir waren ne ganze Stunde auf der Bühne. Die Leute fanden es toll. Wir mochten auch das deutsche Highfield Festival. Da waren wir der Hauptact auf der Zeltbühne und haben zur selben Zeit wie Faith No More gespielt! Ich hatte echt gedacht, niemand würde zu uns kommen, aber das Zelt war komplett voll and alle sind so durchgedreht. Das war der Wahnsinn! Ich dachte in diesen Moment wirklich, dass wir das ja gar nicht verdient hätten... noch nicht. Aber vielleicht war das der Vorgeschmack für das was kommt. Das wären jedenfalls meine zwei großartigsten Festivalmomente.

Danny: Ja, für mich war vor allem das Rockslide das Ding überhaupt, weil es einfach unser erster Gig dort war und das Publikum schrie so “Baddies! Baddies!” und kurz davor hatten wir alle unsere Bürovollzeitjobs gekündigt. Wir waren so glücklich dort zu sein! Hm... dann find ich’s auch immer spannend dort all die berühmten Leute zu treffen. Es ist fast wie ein Traum.
Gab’s da einen speziellen Musiker, den ihr getroffen habt?
Michael: Ich hab Frank Black von den Pixies getroffen. Ich hatte gerade mit meiner Freundin telefoniert und meinte so „Ich glaub, ich hab grad Frank Black gesehen.” Aber im Ernst, er hätte auch jeder andere alte, fette Mann sein können und er war auch viel größer, als ich gedacht hatte. Zuerst traute ich mich nicht ihn anzusprechen, aber dann dachte ich nur „Junge, es ist deine einzige Chance.“ Ich gab ihm eine Baddies CD und sagte ihm, wie toll ich seine Musik finden würde und so. Er war echt nett, fragte mich ein paar Sachen und so... Danny: Meiner war Keith Flint von The Prodigy... und John Paul Jones von Led Zeppelin. Er ist echt der großartigste Bassist aller Zeiten. Auf diesem Festival stand er da einfach so herum und sah so klein und alt aus... so normal.
Habt ihr vor euren Gigs irgendwelche Rituale?
Michael: Nicht wirklich... aber manchmal machen wir einen kleinen Kreis und schreien so blöde Sachen wie “Eins, Zwei, Drei UUUHH!” [imitiert ein Fußballteam vor einem Spiel]. Das macht echt Spaß und wir wollen ja auch, dass die Leute Spaß haben. Wir gehen nicht auf die Bühne um cool auszusehen. Leute fragen mich immer, warum ich diesen Robotertanz tanze [imitiert seine eigenen, ruckartigen Bühnenbewegungen]. Das ist ja nicht wirklich ein Robotertanz; das kommt einfach so mit der Musik. Das steigert die Musik irgendwie. Und solange die Leute das toll finden, ist es cool.
Ian Curtis hatte ja auch seinen eigenen Tanz erfunden.
Michael: Haha, ja. Aber ich denke er hat’s manchmal nicht absichtlich gemacht. [imitiert Ian Curtis’ berühmten „Epileptiker-Tanz”] [Gelächter]
Michael, du bist ja Jims Bruder. Normalerweise streiten sich Geschwister auf ne ziemlich schroffe Art und Weise, dafür aber eher selten. Haben sich eure Streitereien mit der Tour verändert?
Michael: Als wir jünger waren, waren wir in verschiedenen Bands. Da gab’s immer ne ziemliche Rivalität zwischen uns, vor allem weil meine Band erfolgreicher war als seine. Ich traute mich dann nie zu sagen, wenn was Tolles passiert ist und so. Als wir uns entschlossen hatten, dass wir gemeinsam ne Band gründen, fingen wir an zusammen zu arbeiten. Von da an gab’s so eine Rivalität einfach nicht mehr. Aber nun kommen die Streitereien von innen. Da geht’s dann darum wie wir erfolgreich werden, wie Songs klingen sollten oder wie bestimmte Dinge aussehen sollten. Generelle Dinge halt, aber du lernst damit umzugehen.
Interview: Elena Tarasz
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