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Interview mit Pirate Love
David Al Dajani, Sänger der norwegischen Band Pirate Love, verabscheut jegliche Art von Subkultur - Kategorisierung und möchte, dass seine Band im Sinne des allgegenwärtigen Mainstream Rock’n’Roll betrachtet wird, oder vielleicht sogar als Badezimmer Rock’n’Roll. Denn an diesem schimmernden Ort der Reinlichkeit fanden die letzten Trackaufnahmen für das kommende Album der Band statt. Ein Gegensatz zur sonst so dreckig rauen Bühnenperformance á la ultra kurze Hot Pants getoppt mit zerzauster blonder Frauenperücke, gepaart mit hypnotischen Voodootanz… Elena Tarasz konnte mit dem Pirate Love Sänger im Rahmen des Wien-Auftrittes über den Vergleich mit Turbonegro, die Osloer Clubszene und Crazy-Motherfucker-Kleidungsstil plaudern.
Pirate Love wird ständig mit 60s Bands wie den Sonics oder den Stooges verglichen. Gibt’s denn Zeitgenossen, auf die du stehst?
Ich schau immer auf Myspace nach neuen Bands. Ich liebe die kanadische Band Demon’s Claws. Die haben in Oslo gespielt bevor wir auf Tour gingen. Und dann find ich die amerikanische Band LiveFastDie klasse. Die klingen wie “Raw Power” von den Stooges. Die haben echt ‘nen Killerhumor. Ich mein die haben Countrysongs über’s Ecstasy nehmen and so ... das ist irgendwie frisch, was Neues. Und ich mag Kings Khan & The BBQ Show und die norwegische Band Serena Maneesh - die bringen bald ein neues Album raus. Ich singe sogar in zwei ihrer Songs.. und ein Duett mit deren Sänger Emile (Nikolaisen). Das klingt dann wie Primal Scream vs. My Bloody Valentine, gar ein bisschen punkig …das Album wird toll!
Eure Band wurde 2003 gegründet und euer erster Longplayer “Black Vodoun Space Blues" erschien erst 5 Jahre später. Verglichen mit anderen Bands eurer Gattung hat sich die Veröffentlichung eures Debüts ziemlich lang hingezogen. Denkst du, dass es als Band schwerer ist in Norwegen Fuß zu fassen als beispielsweise in Großbritannien?
In Norwegen gibt’s keine Bands wie uns. Da gibt es eher Shoegaze inspirierten Rock wie Serena Maneesh. Darum hatten wir echt viel Aufmerksamkeit von den Medien bekommen…wegen unserem einzigartigen Sound. Leider meinte jeder so Dinge wie „oh, das sind die neuen Turbonegro”. Alles bullshit! Das zeigt echt wie engstirnig dieses Land ist wenn’s um Rock’n’Roll Kultur geht. Ich mein wir haben nur eine richtig berühmte Band zum Vergleich. Und Pirate Love hat echt nichts mit denen gemeinsam. Ich hab die einmal Live gesehen und das war 2002. Ihr altes Zeug mag ich, aber das war’s dann auch schon.
Kannst du dir vorstellen, dass ihr irgendwann mal aus Norwegen auswandert?
Hm, ich mag Berlin. Auf unserer letzten Tour traf ich dort ein Mädchen und hab mich sozusagen in sie verliebt. Ich hab sie den Mai über besucht, aber es wurde nichts draus… Ich mein ich will auch gar nicht aus Oslo weg. Ist echt ne kleine Stadt, warst du da mal? Ja, ich mein da gibt’s so viele tolle Clubs und die Musikstandards sind wirklich hoch. Ich leg da auch auf. Zusammen mit Raymond (Bass) hab ich da ne Clubnight. Im Moment bewegt sich Oslo wirklich aufwärts, weil’s grad so viele tolle Künstler, Bands und DJ’s gibt. Und ich möchte ein Teil davon sein – ich möchte Oslo besser machen, you know?! Ich will nicht einfach rumsitzen und mich die ganze Zeit beschweren wie scheiße Oslo doch ist, oder so. Ich will, dass es ne tolle Stadt wird und dort zu leben ist echt inspirierend.
Aber ihr könntet schon einen Locationwechsel für eure nächsten Aufnahmen einlegen. Warum versucht ihr es nicht mal mit Berlin und schaut, wie’s dann läuft?
Ja! Aber wir haben ja schon so etwas wie unser eigenes Studio, weißt du. Aber ja…Berlin wäre cool. Da ist so eine gechillte Atmosphäre verglichen mit Oslo. Ich mein in Oslo schließen die Clubs um 3 Uhr, da kann man ab dann echt nichts mehr machen. Wir haben auch noch nie mit einem Produzenten gearbeitet, weil Milton (von Krogh, Gitarre) das meiste Zeug von uns schreibt. Er hat ne ziemlich genaue Vorstellung davon, in welche musikalische Richtung unsere Band gehen soll. Er ist also quasi unser Produzent. Aber es wäre schon interessant, mit jemand anderen zu arbeiten. Vielleicht Jean Claude Vannier (Komponist)?
Kritiker haben euch ja echt euphorische Reviews gegeben á la ihr hättet den norwegischen Rock’n’Roll gerettet…stimmst du dem zu?
Wir haben den Rock’n’Roll nicht gerettet. Wir haben nur die Brillanz seiner Schlichtheit wieder gebracht. Ich mein in Norwegen gibt’s doch eigentlich nur uns und Black Metal. Wir wollen Rock’n’Roll nicht retten.
Ihr seid ziemlich auffällig gekleidet. Wie reagieren im Alltag die Leute auf euch, wenn ihr durch Oslos Straßen lauft?
Nun ja, ich selbst bin nicht so auffällig gekleidet. Außer natürlich auf der Bühne! Aber ein paar der Jungs aus der Band sind echt in dieser 60s Ästhetik drin, wenn man so will. Ich finde das echt cool. Sie kleiden sich viel besser als ich. Als ich so 17/ 18 war, hab ich mich wie ein crazy Motherfucker angezogen. Ich hab mit Ketchup und Wasser gefüllte Spritzen an meine Jacke gepinnt und bin damit herumgelaufen um zu sehen, wie die Leute reagieren. Die waren echt angewidert. Keine Sorge, ich hab’s längst aufgegeben [lacht]. Aber eigentlich geht’s doch darum, deine Persönlichkeit auszudrücken. Und die meisten jungen Leute in Oslo sind ziemlich hip, also denke ich nicht, dass wir im Alltag großartig herausstechen.
Wo kommt euer dunkler Look und Sound her? Verbindest du das mit der Art und Weise wie du aufgewachsen bist, oder eher mit äußeren Einflüssen wie Kunst, Filme oder Musik?
Ich persönlich ziehe meine Inspiration aus Situationen und den Menschen, die mich umgeben bzw. die Art und Weise wie ich sie wahrnehme. Wenn ich Songs schreibe, tue ich das mit ziemlich viel Charakter, also so ziemlich auf dem Boden geblieben. Weil wenn ich auf die Bühne gehe, verwandle ich mich in eine komplett andere Person. Es ist fast wie eine psychische Metamorphose. Ich schreie und tanze und hole, im metaphorischen Sinn, meinen Schwanz raus. Normaler Weise bin ich nur der Typ mit der Kapuze, der versucht, Leuten bestmöglich aus dem Weg zu gehen Irgendwie komisch, nicht? Unser musikalisches Konzept und unsere Message sind quasi auf einem ganzen anderen Level, wenn wir auf der Bühne stehen.
Musikalisch sind wir im Großen und Ganzen von psychedelischer Musik beeinflusst. Aber nicht dieses stereotypische Flower Power Zeug. Es geht vielmehr darum, unbekannte Dinge zu entdecken, neue und wundervolle Dinge. Die westafrikanische Musik der 60er/ 70er zum Beispiel. Wir lassen uns eher von diesen weiten, freien Fluss der Musik inspirieren und wandeln das dann in unseren eigenen, exotischen Rock’n’Roll um. Aber Filme sind auch anregend. Wir stehen total auf Kenneth Anger, der ne Menge hochinteressanter Avant-Garde Filme in den 50er/ 60er und 70er Jahren gemacht hat. Ansonsten sind wir große Fans von Jean Luc Goddard, Fassbinder und Kubrick.
Die nächsten Veröffentlichungen werden total anders sein als das, was wir bisher veröffentlicht haben. Wir treiben die Dinge quasi voran. Wir bringen demnächst ne 7" heraus, die dem Hörer zeigen wird, in welche Richtung es uns verschlagen hat. Den Gesang habe ich in Miltons Badezimmer aufgenommen und das Ganze heißt "Space Doubt".
Auf Myspace habe ich ein Profil mit dem Namen “Vodoun Club” entdeckt. Euer Gitarrist Milton scheint da involviert zu sein. Ist das ein Nebenprojekt, oder ne Art Clubnight?
Es ist ne Clubnight. Er und unsere Fotografin aus Oslo, Ingrid Pop, legen da ne Menge 60s French Pop auf. Es ist jetzt keine sonderlich bekannte Clubnight, aber in der Szene ist sie schon bekannt. Ich und Raymond haben auch ne Clubnight in diesem Club. Auf English übersetzt heißt sie “fuckdream”.
Seit eurer Albumveröffentlichung kommt ihr ziemlich viel herum. Wie findest du es zu touren?
Ich liebe es. Wir sind jetzt fast vier Wochen auf Tour und ich wünschte das würde so weiter gehen. Es macht echt Spaß zu spielen und es ist wirklich cool zu sehen, wie wir als Band wachsen. Ich bin davon überzeugt, dass wir ne ziemlich einzigartige Band sind mit so vielen individuellen Persönlichkeiten und Einflüssen und so. Und das Publikum war immer toll…naja…die meiste Zeit zumindest. Oh und eines muss ich noch erwähnen: Wir sind keine Garage Punk Band! Wir sind eine neue, zeitgemäße Rock’n’Roll Gruppe – so wie alle Rock’n’Roll Bands eben sein sollten! Wir geben einen Dreck um irgendwelche Subkulturen, echt. Es kotzt mich an, als solch eine kategorisiert zu werden, weil wir da echt nicht hinein gehören. Ich finde es viel faszinierender und spannender vor Leuten zu spielen, die uns noch nie gehört haben, als vor alten Säcken in Ramones T-Shirts.
Und was ist dann mit eurer Definition “Black Punk”?
Dieser Begriff ist eine Art Kurzform für “Black Vodoun Space Blues”. Wir haben uns diese Worte ausgedacht, weil sie diesen exotisch-psychotischen Sound so gut eingefangen haben. Das Gleiche gilt auch für unsere EP “Death Surf Negro Spirituals”.
Ab jetzt könnt ihr euch dann als Badezimmer Rock’n’Roll bezeichnen…
Ja, Badezimmer Rock’n’Roll!
In welcher geistigen Lage sollte man sich befinden, wenn man das erste Mal euer Album hört?
Hm, es sollte auf jeden Fall am Morgen sein, dann wenn die Sonne aufgeht. Man sollte ein Glas Vodka kippen und LSD einwerfen…ne Stunde warten, die Platte auflegen und abspasten.
Das Interview führte Elena Tarasz.
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