 Es waren zwei Konzerttage an zwei nicht aufeinander folgenden Wochentagen, eventuell hätte der Veranstalter auch zwei Einzelevents planen können, nichtsdestotrotz wurde das Full Hit Of Summer in der Arena als zusammenhängendes Festival angelegt. Soll uns auch recht sein, zumal doch ein attraktives und abwechslungsreiches Programm geboten wurde. Während es am ersten Tag mit den Pornoschnauzträgern Eagles Of Death Metal und den Two Gallants noch deftiger zur Sache ging, präsentierte sich der zweite Tag des Festivals deutlich ruhiger. Schon zum Opener Sweet Sweet Moon war Picknick angesagt. Kein Mensch vor der Bühne, dafür alle sitzend am Rasen. Zugegeben: Stehend wäre das Konzert ob seiner Zurückhaltung auch nur schwer ertragbar gewesen. Holen wir uns ein Bier.
Auch Kurt Vile wusste nur zeitweise zu überzeugen. Zu selten zeigte er und Band, wozu sie fähig sind, und griffen fester in die Saiten, produzierten Feedback und ließen aufhorchen. Meist jedoch leierte man unspannend mit verhangenem Gesicht vor sich hin, der Sitzplatz auf der Wiese wurde deshalb trotz kurzzeitigen Sommerregens nicht aufgegeben.
Wirklich interessant wurde es erst mit M. Ward. Der Musiker aus Oregon kam mit ungewöhnlicher Band (siehe Fotos) und lockte erstmals an diesem Tag das Publikum zur Bühne. Sein kratzbürstiger Rock 'n' Roll kam direkt aus den amerikanischen Südstaaten, war ungehobelt, geradlinig und aufstachelnd. Alleine schon weil er eine Pedal Steel Gitarre mit dabei hatte (ja, ich habe eine Schwäche dafür) ließ ihn in unserer Gunst steigen, sein räudiges Roll Over Beethoven am Ende war dann noch eine wuchtige Draufgabe und machte Ward endgültig zum Sieger des Abends.
Blieben noch Beirut. Zum ersten Mal war Frontmann Zach Condon und seine Combo in Wien, dementsprechend groß war der Andrang auf das Konzert. Die Tickets für den Festivaltag waren schon lange im Voraus ausverkauft, die Erwartungen an die Band hoch, zählen Beirut doch zur hippen Speerspitze aktueller Folkbands. Und schon zu Beginn war klar, das hier wird ein Konzert der anderen Art. Nahezu gänzlich ohne herkömmliches Rockinstrumentarium, ohne große Lichtshow und ohne ausladende Geste, standen sechs Mann auf der Bühne und bewegten sich nicht. Condon, in Sakko und Hose eher Milchbubi als Popstar, stand in der Mitte und sang schüchtern, spielte Mandoline und Trompete, seine Band unterstützte ihn mit Schlagzeug, Kontrabass, Akkordeon, Posaune, Orgel und Trompete. Daran änderte sich nichts, so spielte man sich durch zurückhaltende und zum Teil erhaben schöne Songs, welchen jedoch mit fortschreitender Konzertdauer die Abwechslung und vor allem der Drive fehlten. Das Publikum schunkelte ergeben mit, die gebotenen 75 Minuten waren allerdings genug. Nicht schlecht, aber auf Konzertlänge zu unspektakulär.
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