 Das erste Mal fand das Harvest Of Art Festival in Wiesen heuer statt und war prompt ausverkauft. Geschuldet war das vor allem Mumford & Sons, die als Ersatz gebucht wurden für die wegen einem ganzen Rucksack an seelischen Problemen ihren Auftritt gecancelt habende Sinead O'Connor. Glück im Unglück für die Veranstalter. Das kurzzeitig überhaupt nicht freundliche Wetter (Welt unter!) störte angesichts der auf der Bühne gebotenen, durchgehend großartigen Leistung nur wenig, zu gut waren die Bands ausgesucht und zu sehr wurden sie vom Publikum geliebt.
Schon bei dem etwas zurückhaltenden Robert Francis war das Gelände gut gefüllt, danach hinterließen Warpaint einen zwiespältigen Eindruck. So ungewöhnlich und anders der Sound der Mädchen-Combo auch ist, mindestens ebenso anstrengend ist er auf Konzertlänge. Verhuschte Klangfetzen, ätherischer Gesang, da muss man sich erst einhören, das ungeübte Ohr gibt hier schnell w.o.
Ganz anders Thees Uhlman im Anschluss. Die grundsympathische Plaudertasche brauchte nicht lange, bis ihm die Herzen zuflogen - bei einem Konzert in Hamburg könnte die Stimmung nicht besser sein. Mit seiner Band spielte er sich souverän durch sein Solo-Album und sorgte für Heimspiel-Atmosphäre. Ein immer wieder guter Mann.
Selbiges lässt sich auch von Glen Hansard sagen. Der irische Musiker, sonst bei The Frames aktiv, überzeugte mit Dauerlachen und seinem Folkrock, den er zum Teil energisch bis zum Riss der Gitarrensaite, zum Teil zurückgenommen und sanft anlegte. Seine Begleitband war auch auf der Bühne, abgesehen vom motivierten Schlagzeuger aber nicht weiter auffällig: all Spots on Hansard. Ein wunderbares Konzert.
Die Abräumer des Abend waren allerdings Mumford & Sons. Das Gelände war gestopft voll, die Menge euphorisiert, die Band hatte schon vor dem Auftritt gewonnen. Da Chef Marcus Mumford durch einen Armbruch gehandicapt war, wurde ein weiterer Aushilfs-Sohn für die Gitarrenarbeit engagiert, Mumford selbst spielte immerhin einarmig ein Rudimentärschlagzeug. Abgefeiert wurde der Auftritt trotzdem. Dass eine Band mit nur einem einzigen Album voll Folkrock derartig begeistern kann, lässt auf zukünftige Großtaten hoffen.
Die Kooks als Headliner hatten es danach ein bisschen schwer, den Stimmungslevel zu halten, machten ihre Sache aber um keinen Deut schlechter als die Vorgänger-Bands. Vor etwas weniger Publikum als bei Mumford, dafür jedoch um einiges energischer als dieser, spielten die beiden Ober-Kooks Luke Pritchard und Hugh Harris ihren britischen Indie-Rock mit Lust und Laune und ließen die Begeisterung nicht abfallen. Ein großartiges Festival ging damit zu Ende, wir freuen uns auf eine Neuauflage mit hoffentlich ähnlicher Qualität im nächsten Jahr.
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