Meine Erwartungen an das Extremefest waren ja nicht besonders hoch, musikalisch zu eintönig, zu wenig Zielpublikum usw. Doch ich wurd eines besseren belehrt, anscheinend gibts doch einen Haufen Metaller in Österreich die sich ein ganzes Wochendende durchgehend und nahezu ohne jegliche Melodie die Rübe wegknallen lassen wollen.
Am ersten Tag wars jedoch noch für mich musikalisch eher Schonkost, Einzig All Shall Perish und Belphegor konnten ein wenig punkten, allerdings auch nur margnial. Auf der Second Stage war für sowieso tote Hose, denn diese war an diesem Donnerstag fest in des Grinders Hand.
Freitags besserte sich das ganze dann, denn schon am Nachmittag konnte man auf der kleinen Bühne 2 verheisungsvollen österreichischen Bands lauschen. Outrage und Epsilon machten ihre Sache sehr gut, und hätten sich meiner Meinung nach demnächst mal etwas mehr als madige 30 Minuten Spielzeit verdient. Genau zwischen den beiden wurde die Hautpbühne von Milking the Goatmachine geentert. Ganz witzig anzusehen, aber mehr wars dann auch schon nicht.
Spannend wurde es dann allerdings erst später wieder, als die wiedererstarkten Marduk die Bühne betraten, um wie schon am 2001er Antichristmas für Cannibal Corpse anzuheizen. Böse, düster und ganz schön fies kam der Sound der schwedischen Black Metaller aus den Boxen gerumpelt. Allerdings waren die nur 60 Minuten Spielzeit für den Co-Headliner auch ein wenig zu knapp bemessen. Danach durften nach einer etwas längeren Umbaupause Cannibal Corpse ran. Es war ähnlich wie auf der Full of Hate Tour, eine recht solide heruntergerasselte Show ohne große Aufreger und Spektakel, Corpse halt.
Der letzte Tag brachte dann zu meinem Leidwesen eine nahezu unerträgliche Schwüle in die Halle, die man so die beiden Tage zuvor nicht gemerkt hatte. Nichtdestotrotz boten die oft gesehenen Suicidal Angels ihre gewohnt solide Show. Die nun folgenden Origin feuerten ein Double-Bass Gewitter ins Publikum, welches dank dem nahezu perfekten Sound, welcher das ganze Festival vorherrschte, nicht in einem Soundmatsch unterging. Garniert wurde die überrascend gute Show von einer kleinen Runde durchs Publikum von Sänger Jason Keyser.
Danach waren durch einen Slottausch nicht wie geplant Eisregen sondern Ultrawurscht an der Reihe, über die hier nicht mehr gesagt werden soll als, meiner Meinung anch vollkommen belanglos. Danach gabs wieder Musik in Form von Suffocation. Bei diesen musste aber Sänger Frank Mullen die gesamte Europatournee absagen, weswegen ihn Bill Robinson von Decrepit Birth vertrat. Und das gar nicht mal so schlecht. Den stimmlichen Facettenreichtum von Mullen erreichte er zwar nicht, aber was die Amis mit GAstsänger uns boten war schon ganz ok, und ein mehr als würdiger Anheizer für das was noch folgen sollte.
Nun wars soweit und die Bühne war frei für die Hollönder von Asphyx. Von der ersten Minute an wurde ein Old School Death Metal Feuerwerk auf der Bühne gezündet, welches sich quer durch die gesamte Albumhistorie durchwütete. Songs wie Deathhammer oder das grenzgeniale Finale mit The Rack suchen seinesgleichen.
Zum Abschluß gabs dann noch Exodus oben drauf, mit einem irgendwie immer grimmiger dreinblickenden Rob Dukes. Wenn er vom Publikum verlangt zu schreien, dann hat es gefälligst zu folgen. Allerdings gabs auch hier einen nicht unwesentlichen Musiker vorzugeben. Rick Hunolt durfte Gary Holt ersetzen, der seins Zeichens ja den Slayer Gitarristen Jeff Hanneman vertritt. Eine etwas eigenartige Konstellation. Aber wo Exodus drauf steht, ist eine gewaltige Portion Thrash drinnen, und das zeigte der Bay Area Fünfer erneut in eindrucksvoller Manier. Wenn man ein Festival beschließen muss, dann so.
Fotos von den drei Tagen gibts natürlich auch, rechts in der Übersicht oder per Klcik auf die drei folgenden Links.
Tag 1
Tag 2
Tag 3
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